TrackIQ – Optimale Leistungsstrategie durch Physik
Diese Artikel könnten dich auch interessieren:
- TrackIQ Proof – Klagenfurt & Frankfurt: schneller durch bessere Leistungsverteilung — 17.02.2026
- Vom TrackIQ-Pacing zum Gerät: FIT-Export für Garmin® Edge & ZWO-Workouts für Zwift®/MyWhoosh® ect — 14.02.2026
- GPXPower: Die 4 wichtigsten Stellschrauben – Masse, cwA, cr und Leistung — 08.02.2026
- Streckenvorbereitung mit RaceYourTrack – So wirst du am großen Tag unschlagbar — 24.10.2025
TrackIQ – Wie Leistung entlang der Strecke wirklich schneller macht
TrackIQ ist der rechnerische Kern von RaceYourTrack. Der Algorithmus beantwortet eine zentrale Frage im Radsport: Wie sollte Leistung entlang einer Strecke verteilt werden, um möglichst schnell zu sein, ohne die Gesamtbelastung zu erhöhen?
Anstatt eine konstante Leistung über die gesamte Strecke anzunehmen, betrachtet TrackIQ die realen physikalischen Unterschiede zwischen einzelnen Streckenabschnitten. Steigungen, Gefälle, Rollwiderstand und Aerodynamik bestimmen, wie effektiv ein zusätzliches Watt in Geschwindigkeit umgesetzt wird. Ein Watt an einem Anstieg spart deutlich mehr Zeit als dasselbe Watt bei hoher Geschwindigkeit auf flachem Terrain oder bergab.
TrackIQ nutzt genau diesen Effekt. Die Strecke wird in Abschnitte unterteilt, in denen die physikalischen Bedingungen ähnlich sind. Für jeden Abschnitt wird berechnet, welche Geschwindigkeit sich aus einer bestimmten Leistung ergibt. Anschließend wird die Leistung so verteilt, dass die Gesamtfahrzeit minimal wird, während die Gesamtbelastung kontrolliert bleibt.
Gesteuert wird diese Belastung über zwei intuitive Parameter. Das Intensitätsverhältnis (%) legt fest, wie hoch die angestrebte durchschnittliche Belastung im Verhältnis zur individuellen Schwellenleistung sein darf. Zusätzlich begrenzt die maximale Schwellenleistung (%), wie stark einzelne Leistungsspitzen ausfallen dürfen. Dadurch entsteht kein unrealistisches Vollgas-Profil, sondern eine fahrbare Strategie.
Das Ergebnis ist ein segmentweiser Leistungsplan: mehr Leistung dort, wo sie viel Zeit spart, bewusstes Zurücknehmen dort, wo zusätzliche Watt kaum Nutzen bringen. In vielen Fällen lassen sich so deutliche Zeitgewinne erzielen, ohne mehr Gesamtarbeit zu leisten – allein durch bessere Verteilung.
Technischer Anhang (für Nerds)
Im Kern minimiert TrackIQ die Gesamtfahrzeit entlang der Strecke. Die Geschwindigkeit ergibt sich dabei aus der eingesetzten Leistung und den grundlegenden Widerständen des Systems Fahrer–Rad.
Symbolisch lässt sich das Ziel wie folgt ausdrücken:
$$ \text{Fahrzeit} \rightarrow \min $$
Die Leistung wirkt dabei über Rollwiderstand, Steigung und Luftwiderstand auf die Geschwindigkeit. Die Strecke wird in diskrete Segmente zerlegt, innerhalb derer eine konstante Leistung angenommen wird.
Die Belastung wird nicht über eine freie Energiebilanz gesteuert, sondern über einfache relative Grenzen:
$$ P_{\text{eff}} = r_{\text{int}} \cdot P_{\text{schwelle}} $$
und
$$ P_i \le r_{\text{max}} \cdot P_{\text{schwelle}} $$
Dabei beschreibt $r_{\text{int}}$ das Intensitätsverhältnis (%) und $r_{\text{max}}$ die maximale Schwellenleistung (%). Glättungsterme sorgen zusätzlich dafür, dass die Leistung zwischen benachbarten Segmenten nicht sprunghaft wechselt.
Das Resultat ist ein zeitoptimaler, physikalisch konsistenter und realistisch fahrbarer Leistungsplan.