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TrackIQ beantwortet eine Frage, die im Zeitfahren, Triathlon und auf profilierten Radstrecken immer wieder auftaucht: Wie verteile ich meine Leistung entlang der Strecke so, dass ich schneller werde – ohne insgesamt „härter“ zu fahren?

Kurz erklärt: TrackIQ berechnet eine Leistungsstrategie, die deine Fahrzeit entlang der Strecke minimiert, bei gleicher gewichteter Leistung (WP). Statt konstant zu fahren, nutzt TrackIQ die physikalischen Unterschiede der Strecke, damit Leistung dort eingesetzt wird, wo sie besonders viel Zeit spart.

Damit das nicht nur „rechnerisch schnell“, sondern auch fahrbar bleibt, lohnt sich ein kurzer Blick auf drei Begriffe, die im Ausdauersport ständig auftauchen: FTP, CP und W'.

FTP (Functional Threshold Power) ist die bekannte Trainingsgröße: die Leistung, die du über längere Zeit sehr hart, aber kontrolliert fahren kannst (häufig als „ungefähre Stundenleistung“ genutzt). Viele bestimmen sie über einen 20-Minuten-Test (Ø-Leistung × 0,95), über Rampentests oder via Leistungsdiagnostik.

Für Rennstrategie und das Management von Leistungsspitzen sind jedoch zwei andere Größen besonders spannend: CP (Critical Power) und W' (W Prime). CP ist eine modellbasierte „Dauerleistungs“-Größe aus der Power-Duration-Beziehung. Und W' ist die dazugehörige anaerobe Reserve – also die „Zusatzarbeit“, die du oberhalb von CP abrufen kannst, bevor es richtig teuer wird. Bildlich: CP ist die Linie, die du länger stabil halten kannst, und W' ist der Akku für harte Passagen darüber.

Genau dieses Konzept passt hervorragend zu dem, was auf realen Strecken passiert: Leistung ist nicht überall gleich effektiv. Steigung/Gefälle, Rollwiderstand und Aerodynamik sorgen dafür, dass ein zusätzliches Watt am Anstieg oft deutlich mehr Zeit spart als bei sehr hoher Geschwindigkeit im Flachen oder bergab. TrackIQ ersetzt deshalb „gleichmäßig fahren“ durch „strategisch verteilen“.

Dafür unterteilt TrackIQ die Route in Abschnitte mit ähnlichen Bedingungen und gibt Leistungsvorschläge, die diese Unterschiede berücksichtigen: mehr Leistung dort, wo sie viel Zeit spart, und bewusstes Zurücknehmen dort, wo zusätzliche Watt kaum Nutzen bringen. Das Ergebnis ist ein segmentweiser Leistungsplan mit kontrollierten Spitzen und Entlastungen – in vielen Fällen sind damit spürbare Zeitgewinne möglich, allein durch bessere Verteilung.

Damit daraus kein unrealistisches Vollgas-Profil wird, wird die Zielbelastung über intuitive Parameter gesteuert:

  • Intensitätsverhältnis (%): legt fest, wie hoch die angestrebte durchschnittliche Belastung im Verhältnis zur Schwellenleistung deines Riders sein darf.
  • Max. Schwellenleistung (%): begrenzt, wie stark einzelne Leistungsspitzen ausfallen dürfen.
  • Over-threshold Budget (optional): begrenzt zusätzlich, wie „spiky“ die Strategie über der Schwelle werden darf (z. B. run-friendly für Triathlon).

Der entscheidende Punkt: TrackIQ arbeitet im Kern mit dem CP/W'-Denken. Denn sobald du auf den „schnellen“ Streckenabschnitten gezielt Leistungspitzen setzt (z. B. am Anstieg), willst du verstehen und begrenzen, wie viel Zeit du insgesamt oberhalb deiner nachhaltigen Leistung verbringst – und wie groß dein „Budget“ dafür ist.

CP & W' in RaceYourTrack schätzen (Advanced Analysis)

Wenn du deine Schwellenleistung (FTP/CP) und das Budget aus echten Daten ableiten willst, ist der beste Weg: ein Rennen oder Training mit Powermeter hochladen. In der Auswertung findest du die passenden Werte in der Advanced Analysis unter der Performance Duration Curve.

So gehst du vor:

  1. Upload: Aktivität/Rennen mit Powermeter-Daten hochladen.
  2. Simulation: Simuliere mit Leistung (z. B. „vonRoute“).
  3. Auswertung öffnen und auf Advanced Analysis wechseln.
  4. Performance Duration Curve öffnen.
  5. Dort kannst du die Schwellenleistung ableiten und das Budget (über eine CP/W'-Schätzung) ablesen bzw. ermitteln.

In der Advanced Analysis hilft dir dafür eine sehr anschauliche Methode: Du setzt mit einem Schieberegler eine CP-Linie auf die Power-Duration-Kurve. Dann zeigt dir W′@10/20/30 min, wie viel „zusätzliche Arbeit“ du in diesem Zeitfenster über CP geleistet hast (aus der Kurve abgeleitet).

So liest du das:

  • Höhere CP → kleinere W′-Werte
  • Niedrigere CP → größere W′-Werte
  • Wenn die Werte (z. B. W′@10/20/30) ähnlich sind, passt die CP-Linie oft ganz gut.

Hinweis: Das ist eine anschauliche Schätzung aus deiner Power-Kurve (kein exakt gemessenes W′) – aber extrem nützlich, um ein praxistaugliches CP/W'-Set für Strategie und Simulation zu bekommen.


FAQ

Brauche ich FTP überhaupt, wenn TrackIQ mit CP/W' arbeitet? Nicht zwingend – aber FTP ist oft die schnellste, robuste Trainingszahl. Für die Strategie (Spitzen + Budget) ist CP/W' meist aussagekräftiger. Viele nutzen FTP für Zonen und CP/W' für Pacing.

Ist W' ein fixer Wert? W' ist modellbasiert und kann je nach Form, Ermüdung, Temperatur, Ernährung und Messqualität schwanken. Als „Budget-Schätzwert“ ist es trotzdem sehr hilfreich, um spiky Strategien realistisch zu halten.

Warum sind W′@10/20/30 min manchmal unterschiedlich? Weil CP/W' hier aus der Power-Duration-Kurve geschätzt wird. Wenn die Werte ähnlich sind, ist das ein gutes Zeichen, dass die gesetzte CP-Linie plausibel ist.

Was bringt mir TrackIQ, wenn ich ohnehin schon nach Gefühl pace? TrackIQ macht sichtbar, wo „ein Watt mehr“ wirklich Zeit spart – und wo du dir Watt sparen kannst, ohne viel Zeit zu verlieren. Das Ergebnis ist oft schneller, obwohl sich die Gesamtbelastung (WP) nicht erhöht.

Wie verhindere ich, dass die Strategie zu hart für Triathlon (Run) wird? Nutze das Over-threshold Budget (optional), um Leistungsspitzen oberhalb der Schwelle zusätzlich zu begrenzen – für eine run-freundlichere Verteilung.


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