Die 4 wichtigsten Stellschrauben im Modell: Masse, cwA, cr, Leistung

Wenn du mit einem einfachen Rad-Physikmodell arbeitest (z. B. in einer GPX-Analyse), tauchen fast immer dieselben vier Parameter auf. Nicht, weil das die einzigen Faktoren wären – sondern weil sie in der Praxis den Großteil dessen abdecken, was sich auf der Strecke wirklich wie „schnell“ oder „zäh“ anfühlt: Luftwiderstand, Rollwiderstand, Steigung – und dein Motor.

Damit du die Regler intuitiv einsetzen kannst, kommt hier eine alltagstaugliche Einordnung:

  • Was macht der Parameter?
  • Wann ist er wichtig?
  • Was sind typische Hebel?

1) Masse (Gesamtgewicht)

Was das im Modell ist: Fahrer:in + Rad + Setup (Flaschen, Tools, etc.). Am Ende zählt das, was wirklich den Berg hoch muss.

Wann es richtig „zählt“

  • Bergauf: Masse wirkt direkt. Je steiler und je langsamer, desto mehr ist „Gewicht“ der dominante Gegner.
  • Flach: Masse ist nicht egal (Rollwiderstand), aber bei höheren Geschwindigkeiten wird sie oft von der Aerodynamik überdeckt.

Was du praktisch damit machst

  • Für hügelige/bergige Strecken ist Systemgewicht ein klarer Hebel.
  • Für flache, schnelle Kurse ist Gewicht oft nicht der erste Hebel (außer du fährst sehr langsam oder auf sehr rauem Belag).

2) cwA (Aerodynamik)

Was das im Modell ist: Deine „Aero-Signatur“: Haltung + Helm/Anzug + Cockpit/Flaschen + alles, was im Wind steht.

Wann es richtig „zählt“

  • Sobald es schnell wird: Auf der Ebene verschiebt sich der Anteil massiv Richtung Luftwiderstand, je höher die Geschwindigkeit.
  • Auch bei leichter Steigung: Wenn du schnell genug fährst, kommt Aerodynamik wieder stark rein – selbst wenn es „bergauf“ ist.

Was du praktisch damit machst

  • Der größte Hebel ist fast immer Position: kleiner machen, ruhiger halten, Kopf/Schultern „einpacken“.
  • Danach kommen Setup-Details: wo Flaschen sitzen, wie clean das Cockpit ist, was unnötig im Wind hängt.

Merksatz: cwA spart dir „teure Watt“ genau dort, wo du am meisten Zeit pro Watt gewinnst: bei Tempo.


3) cr (Rollwiderstand)

Was das im Modell ist: cr ist der Rollwiderstand deines Setups – Reifen, Druck und Untergrund bestimmen, wie „leicht“ das Rad rollt.

Wann es richtig „zählt“

  • Wenn Aerodynamik nicht alles überdeckt: also bei moderatem Tempo oder in langsamen Passagen.
  • Wenn der Untergrund bremst: rauer Asphalt, schlechter Straßenbelag, Abschnitte mit vielen Vibrationen.

Was du praktisch damit machst

  • Optimiere zuerst Reifen (Modell/Breite) und dann den Druck passend zu Gewicht und Untergrund.
  • „Mehr Druck = schneller“ stimmt vor allem auf sehr glattem Belag – auf rauer Straße kann ein etwas niedrigerer Druck sogar das bessere Gesamtpaket sein.

Merksatz: cr ist der „Dauerverlust“ im Setup – klein in der Zahl, aber über die Distanz oft spürbar.


4) Leistung (Power)

Was das im Modell ist: Dein Output – der Regler, mit dem du Geschwindigkeit „kaufst“.

Warum das der wichtigste Praxis-Parameter ist

  • Watt sind dein direkter Output, unabhängig davon, ob Wind, Steigung oder Belag gerade dagegen arbeiten.
  • Gleichzeitig zeigt das Modell gnadenlos: Wie teuer ist Geschwindigkeit – und das hängt dann wieder von cwA, cr und Masse ab.

Was du praktisch damit machst

  • Auf dem Papier ist „mehr Watt“ immer schneller.
  • In der Realität ist der große Trick: Watt dort einsetzen, wo sie am meisten bringen (und nicht dort „verheizen“, wo Widerstände dich auffressen).

Kurz-Takeaways, die du direkt anwenden kannst

  • Willst du auf flachen Rennen schneller werden? → cwA zuerst (Position/Setup).
  • Willst du auf Bergen schneller werden? → Systemgewicht + gleichmäßiger Effort.
  • Fühlt sich alles „zäh“ an trotz Watt? → cr checken (Reifen/Druck/Belag).
  • Willst du konstant gut performen? → Power als Anker, damit Wind/Steigung deine Pace nicht „verzerren“.

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